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ATV-Anhänger

Zurück zum legal scheinbar unlösbaren Problem der Hängerkupplung

Brechende Halterungen für Anhängerkugelköpfe bei YAHAHA ATV's

Worum es geht, sind die recht dünnen und nicht sonderlich geschickten Montageplatten, an die der Kugelkopf montiert wird. Die nächsten Fotos sollen Euch einen Eindruck vermitteln, daß die TÜV genehmigte Lösung nicht so ganz dem entspricht, wie man sich eine sichere Verbindung von Zugfahrzeug und Anhänger vorstellt. Achtet auf die zum Kugelkopf (50 mm) relativ mickrigen Halterungen. Diese sind zudem recht spröde und von geringer Festigkeit.

Beispielbild: YAMAHA Grizzly 450

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Beispielbild: YAMAHA Grizzly 660

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Beispielbild: YAMAHA Grizzly 700

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Zurück zum legal scheinbar unlösbaren Problem der Hängerkupplung

Wie Eingangs bereits angerissen, ist die „bauartgenehmigte Lösung“ der Lage von Halterung und Kugelkopf ein Dilemma. Nach mehrfach aufgerissenen Fingern habe ich die Radikallösung (dies meint eine Lösung von der Wurzel an) gewählt. Mir ist meine eigene Sicherheit und die meiner Mitmenschen wichtiger, als irgend ein unzweckmäßiger und unsicherer jedoch legaler Weg. Also machte ich mich auf die Suche nach der technisch besten Methode. Schnell war ich bei den amerikanischen Freunden voll im Thema. Die Amerikaner sind bei der Gestaltung und Vielfalt der Möglichkeiten und Einsatzgebiete von Anhängerkupplungen recht unorthodox und gehen problembezogen vor.

Das Passende suchen und finden, wenn erst einmal die Blockade im Kopf weg ist

Legal, illegal, schei.. – oder wenn die Vernuft siegt

Die amerikanische ATV-Gemeinde denkt zweckmäßig und so gibt es dort im Land der vermeindlich grenzenlosen Möglichkeiten doch eine Antwort auf brechende YAMAHA Halterungen für Kugelköpfe. Speziell für die 700er Grizzly (natürlich auch für POLARIS, CAN AM, ARCTIC CAT, HONDA, KAWASAKI, SUZUKI und andere YAMAHA Modelle) gibt es eine Halterung, welche gefühlte 1000% sicherer am Fahrzeug befestigt werden kann als das Original und ein Brechen der Halterung schier unmöglich zu machen scheint. Gepaart mit einem abgestimmten Einschiebestück (hier gibt es alle erdenklichen Lösungen) war es mir möglich, die Kugel in der Höhe etwa 50 mm abzusenken, damit der Anhänger im Endresultat in einer Ebene zum Zugfahrzeug steht und gleichzeitig die Lage der Kugel um 200 mm nach hinten, weg von der Achse, zu verlegen. Dies ist in meiner Situation das technisch machbare Optimum für Zugmaschine und Hänger.

Das Foto zeigt die typisch amerikanische Anhängerkupplung mit 2 inch (ca. 50,8 mm) Vierkantrohr

Diese Halterung ist speziell für die 700er Grizzly konzipiert. Man sieht links und rechts vom Rohr je vier Muttern. Rückseitig wie auf dem übernächsten Foto ersichtlich ist greifen vier U-Schellen um den Doppelschleifenrahmen. Der Scherz ist aber; seht Ihr den Schraubenkopf unterhalb des Vierkantrohres? Das darüber ersichtlich kindliche Blechlein ist die TÜV zugelassene Version. *lach*
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Da die Amis jedoch gerne etwas unvollständig denken, habe ich mir die weißen Kunststoffschoner aus POM selber gedreht, damit bei Anziehen der Muttern nicht die Rohre zerdrückt werden. Alleine der Kontakt der verschraubten U-Schellen mit den nackten Rahmenrohren wäre schon ein Garant für entstehende Rostzonen.
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Ohne Blockade denken, heißt für mich, freie aber verantwortungsbewußte Entscheidungen treffen zu können.

Den Weg zum TÜV zwecks Abnahme und Einzelgutachten kann ich mir wohl sparen. Zwar hat das Einschiebestück eine amerikanische Zulassung für 2,5 Tonnen, was für den Ami bedeutet, daß auch 5 Tonnen durchaus machbar sind. Jedoch so wie der typische Amerikaner glaubt, das Amerikas Pazifik- und Atlantikküsten das Ende der Erde umreißen, so glaubt der deutsche TÜV Dipl.-Ing., das alles was mit einem E-Zeichen oder Wellenlinie markiert ist, sicher und sinnvoll ist. Ferner glaubt er folglich, daß alle Teile ohne Prüfzeichen gründsätzlich nicht funktionell sein können oder dürfen. Anyway, dieser Monolog führt weiter zu nichts außer schlechter Laune, aber jeder weiß wohl was gemeint ist.
Nun ich muß zugeben, daß die Amis nicht alles Technische im Detail so genau nehmen wie der Deutsche. Die Basis vieler Dinge und Erfindungen aus Amerika ist aber durchaus brauchbar und mit etwas Feintunung sicherlich auch sinnvoll in Deutschland einsetzbar.

Lieber wieder ein paar Fotos einstellen

Das US Einschiebestück nach meinen Vorstellungen

Aufnahmebohrung für den Kugelkopf: 8 inch (101,6 mm) nach hinten und 4 inch (50,8 mm) nach unten. Dadurch daß die Mittelachse durch die US-Montageplatte jetzt etwas 50 mm höher am Schleifenrahmen sitzt, habe ich damit effektiv den Kugelkopf um etwa 50 mm weiter nach unten positionieren können.
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US Anhängerkupplung mit leichten Schlampereien.

Die Halterung und das Einschiebestück

So waren zwischen dem 2 inch Innenvierkantrohr der Halterung und dem 2 inch Außenvierkant des Einschiebestückes eine Differenz von 1,25 mm messbar, was für mich als gelernter Metaller ein no go darstellt und nicht akzeptabel ist. Also habe ich den Außenvierkant zu allen Seiten mit 0,6 mm Messingblech aufgefüttert. Mit etwas Fett versehen ist das Einschieben jetzt ein wahres Vergnügen und erinnert an die schönen gefeilten Gleitpassungen aus der Lehrzeit.
Höhe und Lage sowie die unbrechbare Befestigung, mit selbst angefertigten Kunstoffeinsätzen aus POM (ein gut zerspanbarer Kunststoff mit hervorragenden Gleiteigenschaften) zur Schonung des Rohres, an dem die Halterung zusätzlich montiert wird, stellen meiner Einschätzung nach, eine sichere Sache dar.
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Schlußendlich wird alles gut

ATV und Hänger sind jetzt wie eine Einheit und fast flach wie ein Brett.

Die Grizzly hat eine Bodenfreiheit von 32 cm und der Hänger etwa 40 cm. Als Nachtrag sei noch erwähnt daß die Kotflügel noch auf dem Plan stehen. Sobald es Neuerungen gibt, berichte ich an dieser Stelle.

Das Ergebnis kann sich nun sehen lassen

Der Anhänger sieht jetzt im Gesamtbild um Welten besser aus, ist stabiler, zweckmäßiger, entspricht meinen Vorstellungen von Unfallverhütung (auch oder gerade ohne Prüf-blabla), die Bodenfreiheit ist mit etwa 40 cm gewaltig, die Spur entsprechend breiter (Kippsicherheit) und der größere Raddurchmesser ist nicht nur eine Augenweide, sondern beendet auch das Hoppeln in jedem kleinen Schlagloch. Beleuchtung, Kennzeichen und Rückstrahler sind jetzt sicher untergebracht und schlagen jetzt bei Hügel- oder Rampenfahrt nicht mehr am Boden auf.
Noch fehlen die Radabdeckungen am ATV-Anhänger, aber diese folgen bald.
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Foto: Das Gespann hat jetzt eine Gesamtlänge von 4,55 m und steht schön gerade da.

Fazit:

Da ich keinen zulassungsfähigen ATV-Anhänger gefunden habe, der meinen Vorstellungen entsprach, habe ich einen zugelassenen und für die Straße kostruierten Anhänger als Basis gewählt und so modifiziert, daß ein sowohl für Fahrten auf der Straße als auch für den Einsatz auf Offroad Touren, ein sicheres Gefährt entstand. Wenn Ihr einen Sachverständigen kennt, der alle Umbauten nach Begutachtung legal eintragen würde, bitte einfach bei mir melden. Ansonsten verbleibt für mich eben das Restrisiko, für die ergriffenen Maßnahmen, die zur Sicherheit bei dem Fahrzeug führen, belangt zu werden, sollte der Anhänger dann tatsächlich doch nmal im öffentlichen Verkehrsraum bewegt werden.
Das Ganze sollte rein als Projekt (Hobby) verstanden werden. Natürlich rechnet sich weder die Arbeitszeit, noch kann man die entstandenen Kosten zum Einstandspreis des Anhängers rechtfertigen. Ich bin aber froh, den Umbau durchgeführt zu haben und man lernt ja bekanntlich nie aus.
Sollte Euch dieser Beitrag gefallen haben, war all das schon seine Arbeit wert.
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