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ATV-Anhänger

ATV und Anhänger beim TÜV

Auf der Suche nach der Legalität

Nachdem der Anhänger nun im Detail fertig gestellt wurde, stellte ich mir selber die Frage, wie denn ein Ingenieur des TÜV die Arbeit bewerten würde. Da ich aber aufgrund früherer Erfahrungen gar keine Lust auf diesen Streß verspürte, ließ ich den Anhänger erst einmal ein paar Monate nur schön aussehen.

Eintragung beim TÜV Nord, ja oder nein?

Jetzt da der Blutdruck wieder normal ist, habe ich mir ein Herz gefasst, nun doch einmal beim TÜV vorstellig zu werden. Ich habe also brav einen Termin gemacht, habe das Gespann auf den Autotransportanhänger verladen und bin die 25 km zum nächsten Sachverständigen gefahren.

Was sollte eingetragen werden?

  • 50 mm Spurplatten beim ATV (ohne Gutachten), baugleiche Platten gibt es jedoch auch mit Gutachten
  • US-Anhängerkupplungsbock, speziell für Grizzly 700 ohne entsprechendes Papier (die gibt es nur in Amerika und nur ohne Papier)
  • US-Einschiebestück (ohne Papier) jedoch mit Belastungswerten auf dem Aufkleber. Anhängelast: 5.000 lbs (2.268 kg), aber nicht nach EU-Norm. Etwa der neunte bis zehnte Teil der Last käme bei dem Hänger zum Tragen.
  • CNC-gefräste Eigenbau-Spurplatten (je 70 mm) für den Hänger, die es nirgendwo auf der Welt zu kaufen gibt, daher ebenfalls ohne Papier.
  • IPS Quadfelgen mit 25" KENDA Bear Claw, inkl. E-Zeichen.

Was sagt der TÜV? Ich war gespannt…

Der Sachverständige des TÜV war sichtlich von den Umbauten angetan und lobte die Ausführung sowie die Stimmigkeit von Zugmaschine und Anhänger im Detail. Alles sei sehr gut gemacht und er sei sich sicher, daß auch nach einem Jahr noch alles gut hält, so waren seine Worte.
Dann weiter, ein Erklärungsversuch; früher sei das mal alles anders gewesen beim TÜV, aber heute dürfe er nichts mehr ohne entsprechend bedrucktes Papier eintragen. Er meinte, daß alle seine Eintragungen überprüft und quergelesen würden, so daß er für alle papierlos/eigenmächtig bewerteten Eintragungen ohne entsprechende Herstellerhaftungsbescheinigungen de facto persönlich herangezogen werden könne.
Der Herr Dipl.-Ing. tat mir fast schon etwas leid. Da hat er doch etliche Jahre studiert und viele, viele Jahre Routine darin, technische Dinge und Abläufe einzuschätzen und zu bewerten. Schlußendlich darf er aber keine eigenen Entscheidungen treffen nach geltenden physikalischen Gesetzen oder mathematischen Berechnungen, sondern ist im Sozialismus der Prüferbranche gefangen. Eine hoch bezahlte System-Marionette mit Sachverstand, aber leider an bürokratische Ketten gelegt.
Ich nehme die Angelegenheit absolut nicht persönlich, auch wenn dies hier den Eindruck erwecken könnte. Ich bin mit Technik groß geworden und weiß sehr wohl, was ich mache, wenn ich etwas baue oder umbaue. Als gelernter Werkzeugmacher macht man keine Kompromisse; alles ist immer mindestens 200%ig. Auch die selbst verlegten Fliesen an der Wand werden mit dem Haarwinkel ausgerichtet. Vielmehr frage ich mich, wie manche Dinge für den Straßenverkehr zugelassen werden können und tatsächlich werden, welche weder der Unfallverhütung, noch der Fahrsicherheit oder Funktionalität dienen. Herrscht auf der Ebene der Entscheider (nicht der Prüfer) vielleicht auch eine Art "Alternativlosigkeit"?

Kundenfreundlichkeit sieht anders aus

Der TÜV war ja schon in früheren Jahren wegen seiner monopolistischen Ausrichtung und dem folglich resultierend teils rüden Verhalten einiger Prüfer in Verruf geraten. Heute sind die Prüfer i.d.R. sehr freundlich, aber können manchen Kundenwünschen leider nicht mehr entsprechen. Da es keine alternative prüfende Instanz gibt, muß man wohl weitere Wege in Kauf nehmen, um ans Ziel zu kommen.
Es verbleiben hier der TÜV Rheinland, TÜV Süd, oder die DEKRA in den neuen Bundesländern. Dort, so wurde mir zugetragen, soll es noch nicht ganz so krass zugehen wie im kühlen Norden. Besonders wurde mir hier von meinem YAMAHA Händler die DEKRA im Osten ans Herz gelegt.
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